1. Herausforderungen des OT-Monitorings
Im Gegensatz zur klassischen IT ist die Betriebstechnologie (OT) stark durch deterministische Prozesse, proprietäre Protokolle und hohe Verfügbarkeitsanforderungen geprägt1. Herkömmliche Intrusion Detection Systems (IDS) auf Signaturbasis greifen hier oft zu kurz oder bergen das Risiko von Systemstörungen durch aktive Scans1.
2. Passive Anomaliedetektion und DPI
Moderne Überwachungskonzepte in KRITIS-Umgebungen setzen primär auf passive Überwachungsmethoden1:
- Deep Packet Inspection (DPI): Analyse des Datenverkehrs auf Anwendungsebene zur Erkennung unzulässiger Steuerungsbefehle oder Protokollverletzungen1.
- Verhaltensbasierte Analyse: Erfassung von Baseline-Profilen des normalen Netzwerkverkehrs, um Anomalien (z. B. unerwartete Verbindungsaufbauten, geänderte Firmware-Parameter) frühzeitig zu identifizieren1.
3. Incident Response und Notfallmanagement
Gemäß den regulatorischen Vorgaben müssen Betreiber auf Sicherheitsvorfälle vorbereitet sein1:
- Etablierung von Playbooks: Vordefinierte Abläufe für die Isolierung komprimierter Segmente, Beweissicherung (Forensik) und Wiederherstellung (Disaster Recovery)1.
- Schnittstellen zu Behörden: Automatisierte oder strukturierte Informationsweitergabe an das BSI und betroffene Partner im Rahmen der gesetzlichen Meldefristen1.