1. Die verdeckte Angriffsfläche der Lieferkette
Kritische Infrastrukturen beziehen Hard- und Softwarekomponenten von einer Vielzahl externer Zulieferer und Dienstleister1. Kompromittierungen entlang dieser Lieferkette (Supply Chain Attacks) umgehen oft klassische Perimeter-Verteidigungen, da sie vertrauenswürdige Update-Kanäle oder integrierte Drittanbietersoftware als Einfallstor nutzen1.
2. Software Bill of Materials (SBOM)
Zur Erhöhung der Transparenz und Risikobewertung von Software- und Firmware-Paketen in IIoT-Geräten gewinnt die Software Bill of Materials (SBOM) an Bedeutung1:
- Strukturierte Inventarisierung: Vollständige Auflistung aller Open-Source- und proprietären Komponenten sowie deren Versionen.
- Vulnerabilitätsmanagement: Automatisierter Abgleich von bekannten Schwachstellen (CVEs) mit den in der Anlage eingesetzten Software-Modulen.
3. Beschaffungsrichtlinien und Audits
KRITIS-Betreiber müssen strenge vertragliche und technische Anforderungen an ihre Lieferanten stellen1:
- Verpflichtung zu regelmäßigen, zertifizierten Sicherheitsaudits der Hersteller.
- Bereitstellung zeitnaher Patches und kryptografisch abgesicherter Update-Mechanismen (Signed Firmware Updates).
- Vermeidung von Single Points of Failure durch redundante, diversitäre Architekturkonzepte1.